Synthetische Kraftstoffe 2021

Zum Vortrag von Roland Weissert auf der Stadthallenterrasse am 25. Juli 2021, also mitten in der Corona-Pandemie, hatten sich etwa 20 Zuhörer auf der Stadthallenterrasse eingefunden. Diese waren nicht nur interessiert, sondern brachten auch viel Vorwissen mit. Unter ihnen waren sowohl Befürworter der E-Mobilität, wie auch Skeptiker. Der Referent stellte fest, dass er selbst kein Lobbyist für synthetischen Kraftstoff sei und privat ein Elektroauto fahre.

Der stellvertretende Ortsvorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberes-Murrtal Tino Preuß begrüßte zu Beginn die Zuhörer, unter ihnen auch der SPD-Bundestagskandidat Tim-Luca Schwab. Dieser wirbt mit dem Ziel „Klimaschutz“ um Wähler, während der Referent Roland Weissert als Energiehändler sich schon längere Zeit um klimafreundliche Lösungen in der Praxis bemüht.

Der Referent zeigte ein kleines Fläschchen mit einer wasserartigen Flüssigkeit – einem synthetischen Kraftstoff, der jeden Dieselmotor antreiben kann, aber nicht riecht, ohne Rußabgabe verbrennt und klimaneutral ist, weil er aus Biomasse (Frittenfett) oder Gas oder sogar Kunststoff hergestellt werden kann. Daneben gibt es auch E-Fuel, also Kraftstoff, der nur aus Wasser, CO2 aus der Luft und Strom produziert werden kann. Diese Kraftstoffe sind in Europa bereits in Gebrauch, werden in Deutschland aber nicht zugelassen. Dies ist eine politische Entscheidung, weil bis jetzt einseitig auf die Elektromobilität gesetzt wird. Ganz verbieten kann die Politik diese Kraftstoffe aber nicht und erlaubt sie bei der Bahn, im ÖPNV und bei Bau- und landwirtschaftlichen Maschinen, weil mit Batterien die nötige Energiemenge nicht gespeichert werden könnte.

 

So schwebte über der Veranstaltung die Frage, ob die einseitige Festlegung der Politik auf die E-Mobilität nicht ein zu hohes Risiko sei. Um synthetische Kraftstoffe in den geforderten Mengen produzieren zu können, müssten jetzt mit der Planung entsprechender Anlagen begonnen werden. Da die Politik aber den Verbrenner ab 2035 verbieten will, wird sich kein Investor für ein solches Unternehmen finden lassen. Andererseits werden Großmotoren in Schiffen, Lastwagen und Traktoren nicht durch Elektromotoren ersetzt werden können, während das Tankstellennetz zu verschwinden droht.

In seinem Schlusswort dankte Tim-Luca Schwab dem Referenten für die aufschlussreichen Informationen. Hier konnte er ganz konkret erfahren, wie wichtig die Politik ist und wie politische Entscheidungen die Zukunftschancen der Menschen beeinflussen.

Das Foto zeigt von links Tino Preuß, Tim-Luca Schwab und Roland Weissert.